Wie oft müssen Pferdehufe bearbeitet werden?
Vielleicht bist du gerade hier gelandet, weil du dir genau diese Frage stellst. Vielleicht steht der nächste Huftermin an oder du schaust auf die Hufe deines Pferdes und fragst dich, ob sie noch in Ordnung sind.
Schnapp dir gern eine Tasse Kaffee oder Tee. Ich möchte dir heute erklären, warum die Antwort gar nicht so einfach ist – und warum sie gleichzeitig einfacher sein kann, als viele denken.
Die meisten Pferde profitieren von einem Bearbeitungsintervall zwischen vier und sechs Wochen.
Das ist jedoch kein starres Gesetz.
Alter, Haltung, Wachstum, Stoffwechsel, Jahreszeit und natürlich der Zustand der Hufe spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Warum gibt es keinen festen Bearbeitungsrhythmus?
Stell dir einen Fingernagel vor.
Auch er wächst bei jedem Menschen unterschiedlich schnell. Genauso verhält es sich mit Pferdehufen. Manche wachsen erstaunlich schnell, andere deutlich langsamer.
Nach vielen hundert Hufterminen fällt mir immer wieder auf, dass der Kalender oft nicht der beste Ratgeber ist. Manche Pferde sehen nach zwei Wochen bereits deutlich verändert aus, während andere auch nach sechs Wochen noch sehr stabil wirken.
Denn manchmal entscheidet nicht der Kalender darüber, wann ein Pferd einen Termin braucht – sondern der aufmerksame Blick auf seine Hufe.
Ich bin in Vollzeit für die Hufgesundheit „meiner“ Pferde unterwegs und sicherlich wäre das Anraten eines strikten 4 Wochen Intervalls nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht das Beste.
Feste monatliche Einnahmen ohne große finanzielle Überraschungen, Planbarkeit bei mir und dem Kunden, effizientere Tourgestaltung durch gleichbleibende Tourtage etc. etc.
DAS sollte jedoch der wichtigste Grund für einen kurzen Intervall sein:
Durch einen monatlichen Rhythmus kann man bereits erste Probleme aus der Welt schaffen, bevor sie entstehen und gibt gerade unerfahrenen oder neuen Kunden einen sicheren Rahmen ohne großes Rätselraten und Angst vor verpassten Zeitrahmen!
Nun kommt meine persönliche Krux:
„Hoofphysics wäre nicht Hoofphysics, wenn ich dieses Modell fahren würde“
Ich biete individuelle Zeiträume zwischen zwei und sechs Wochen – für jedes Pferd.
Das ganze Jahr über.
Ja, es ist streckenweise herausfordernd, individuelle Huftermine vor allem bei Verschiebungen durch Krankheit, Verletzung etc. mit jedem einzelnen Kunden zu kommunizieren.
Was man über die Zeit aber an Wert erhält ist unbezahlbar und die Mühe wert!
Meine Kunden lernen mit der Zeit, einen geschulten Blick für die Hufgesundheit ihrer Pferde zu entwickeln.
Sie melden sich - manchmal mit Bildern, manchmal sogar mit Videos - aber immer offen und ohne Scheu!
(die unten stehenden Chats sind generiert und zeigen Beipspielchats,keine realen Kundeninfos sichtbar 😉)
Und ja, diese Art von Kommunikation kann herausfordernd sein,
wenn sich gerade in Wachstumsphasen alle auf einmal melden.
Was meine Kunden durch diesen ständigen Austausch jedoch gewinnen, ist etwas, das man kaum kaufen kann:
Gewissheit und innere Ruhe.
Sie sind NICHT allein in ihren Entscheidungen.
und auch ich bin entspannt, weil mir kein beunruhigender Zustand durch die Lappen geht!
Was ich empfehle
Und hier schließt sich nun der Kreis. Meine Kunden werden so lange wie sie es eben benötigen im Hufblick geschult.
Der perfekte pauschale Intervall existiert nicht.
Den bestimmen wir in dem Moment wo wir auf die Hufe gucken.
Je mehr Hufstrukturen und deren Funktion meinen Kunden bekannt sind, desto eher kann der für das jeweilige Pferd perfekte Intervall gefunden werden.
Ziel ist es den Intervall so zu gestalten, dass ich vor Ort bin BEVOR es in die Zwangabhufung durch zu lange Zehen oder „Hebeln“ kommt.
Ich bin da BEVOR es auch für außenstehende offensichtlich wird, dass das Pferd „wieder dran“ ist.
Ich bearbeite BEVOR irgendeine Struktur ihre Funktion verliert.
DAS ist der perfekte Intervall.
Das schönste Kompliment für Pferd und Halter ist und bleibt eben doch
„Lotta hat immer so schöne Hufe“
„Schön“ ist gesund. Und gesund wollen wir.
Häufige Irrtümer
Zum Beispiel:
❌ "Mein Pferd läuft noch gut."
-Mag sein.
Kann ich auf High Heels auch nen ganzen Abend.
Sieht geil aus ...fühlt sich auf Dauer aber alles andere als gut an .
Bitte schaut genauer hin! Kronrand, Zehenlänge, Strahlgesundheit!
❌ "Ein paar Tage machen nichts."
-Und wenn du nun unrecht hast,
schwenken wir hier direkt zum nächsten Blog Thema „Mein Pferd hatte den Riss schon immer!“
(Sarkasmus aus)
❌ "Im Winter wachsen Hufe gar nicht."
War mal so.
jep.
Wann ist denn heutzutage „Winter“?
Für weitere Fragen würde ich hier zum Blog „Pferdehufwachstum und Jahreszeiten“verweisen wollen.
Mein Gedanke zum Schluss
Gesunde Hufe entstehen nicht durch Perfektion, sondern durch Regelmäßigkeit und einen aufmerksamen Blick. Wenn wir lernen, Veränderungen früh zu erkennen, können wir vielen Problemen vorbeugen Vielleicht ist genau das das Schönste an guter Hufbearbeitung:
Viele der richtigen Entscheidungen fallen lange bevor ein Pferd zeigen muss, dass ihm etwas fehlt.
Denn genau darin liegt für mich gute Hufbearbeitung: Nicht dann zu handeln, wenn Probleme sichtbar werden, sondern lange davor.
-Hoofphysics-
☕ Hast du einen Gedanken zu diesem Thema?
Ich freue mich immer über Erfahrungen, Fragen oder Anregungen. Schreib mir gerne eine E-Mail – ich lese jede Nachricht persönlich, denn viele meiner Blogartikel entstehen aus den Fragen von Pferdebesitzern.
Vielleicht entsteht aus deiner Frage schon bald der nächste Kaffee-Moment hier im Blog🦄✨💛